ROMEO UND JULIA Schaubühne Berlin, 2013 Tragödie von William Shakespeare. Bühne und Kostüme, Regie: Lars Eidinger

→Kritiken

→Trailer

Fotos: Arno Declair

In der Mitte der Bühne steht ein Guckkasten aus Brettern. Ein paar Pappkartons sind Verona. Je nach Wetter- und Gefühlslage kommen Sonne, Mond und Wolken an Schnüren vom Bühnenhimmel herunter. Und am Rand sitzen die Schauspieler und warten am Schminktisch auf den Auftritt. Keine Liebe, nirgends ― das ist die Welt, in die Romeo und Julia bei Lars Eidinger in dessen zweiter Regiearbeit hineingeraten sind. Da kommt das Raue, Brutale und Zotige an Shakespeare besser zur Geltung als üblicherweise. ―Süddeutsche Zeitung

 

Ein wildes und überdrehtes Shakespeare Happening. Wunderschöne Bilder gibt's auch: Julia im weißen bühnenfüllenden Hochzeitstüll, der dann langsam von Theaterblut durchtränkt wird. Eine Kindkönigin im rosa Strampelanzug, die aus einem der Spielzeughäuser aus Pappe steigt, mit der in diesem Bühnenkinderzimmer die Stadt Verona markiert ist und die schreiend ineinander verkeilten Erwachsenen zur Raison ruft. ―TAZ

 

Der glühende Kern des Shakespeare-Stücks funktioniert. Da wird von Anfang an ein unbändiger Spieltrieb und komischer Verwandlungsdrang losgetreten, heftig gekalauert und Kauderwelsch gesprochen, mächtig auf die Tuben mit roter Flüssigkeit gedrückt. Knalleffekte hat Eidingers Inszenierung viele. Der Maskenball bei Capulets gerät zur rockigen Horrorshow. Der Graf ist gestrichen, die Gräfin übernimmt seine Parts als mit geöffneten Schamlippen ausstaffiertes Muttermonster. ―Inforadio RBB

Vor wechselnden anskizzierten Umgebungen wird wunderbar semi-ironisch gefochten, kurzweilig gestorben und Kunstblut gespuckt wie einst in „Pulp Fiction“. Von Tybalts spektakulärem Ableben im weißen Trainingsanzug auf abgedunkelter Bühne könnten sich sämtliche Musikvideo-Produzenten gleich fünf Scheiben abschneiden. ―Der Tagesspiegel

 

Ein rauschhafter Cocktail der Formen: Komödie, Klamotte, Farce, Comic, Romanze, große Oper, Schauerstück, Genderspielchen und jede Menge Slapstickiaden ― gewürzt mit aasigem Witz und kindischer Blödelei. In der Mitte ein Guckkasten für Eidingers Skakespeare-Theater, das einer mit Theatermitteln vollgestopften, Spielplatz-chaotischen Wunderkammer gleicht (voller verrückter Kostüme von Nicole Timm). ―Berliner Morgenpost

ROMEO UND JULIA Schaubühne Berlin, 2013 Tragödie von William Shakespeare. Bühne und Kostüme, Regie: Lars Eidinger

Fotos: Arno Declair

In der Mitte der Bühne steht ein Guckkasten aus Brettern. Ein paar Pappkartons sind Verona. Je nach Wetter- und Gefühlslage kommen Sonne, Mond und Wolken an Schnüren vom Bühnenhimmel herunter. Und am Rand sitzen die Schauspieler und warten am Schminktisch auf den Auftritt. Keine Liebe, nirgends ― das ist die Welt, in die Romeo und Julia bei Lars Eidinger in dessen zweiter Regiearbeit hineingeraten sind. Da kommt das Raue, Brutale und Zotige an Shakespeare besser zur Geltung als üblicherweise. ―Süddeutsche Zeitung

 

Ein wildes und überdrehtes Shakespeare Happening. Wunderschöne Bilder gibt's auch: Julia im weißen bühnenfüllenden Hochzeitstüll, der dann langsam von Theaterblut durchtränkt wird. Eine Kindkönigin im rosa Strampelanzug, die aus einem der Spielzeughäuser aus Pappe steigt, mit der in diesem Bühnenkinderzimmer die Stadt Verona markiert ist und die schreiend ineinander verkeilten Erwachsenen zur Raison ruft. ―TAZ

 

Der glühende Kern des Shakespeare-Stücks funktioniert. Da wird von Anfang an ein unbändiger Spieltrieb und komischer Verwandlungsdrang losgetreten, heftig gekalauert und Kauderwelsch gesprochen, mächtig auf die Tuben mit roter Flüssigkeit gedrückt. Knalleffekte hat Eidingers Inszenierung viele. Der Maskenball bei Capulets gerät zur rockigen Horrorshow. Der Graf ist gestrichen, die Gräfin übernimmt seine Parts als mit geöffneten Schamlippen ausstaffiertes Muttermonster. ―Inforadio RBB

 

Vor wechselnden anskizzierten Umgebungen wird wunderbar semi-ironisch gefochten, kurzweilig gestorben und Kunstblut gespuckt wie einst in „Pulp Fiction“. Von Tybalts spektakulärem Ableben im weißen Trainingsanzug auf abgedunkelter Bühne könnten sich sämtliche Musikvideo-Produzenten gleich fünf Scheiben abschneiden. ―Der Tagesspiegel

 

Ein rauschhafter Cocktail der Formen: Komödie, Klamotte, Farce, Comic, Romanze, große Oper, Schauerstück, Genderspielchen und jede Menge Slapstickiaden ― gewürzt mit aasigem Witz und kindischer Blödelei. In der Mitte ein Guckkasten für Eidingers Skakespeare-Theater, das einer mit Theatermitteln vollgestopften, Spielplatz-chaotischen Wunderkammer gleicht (voller verrückter Kostüme von Nicole Timm). ―Berliner Morgenpost