FREIHEIT IN KRÄHWINKEL Schauspielhaus Bochum, 2018 Von Johann Nestroy. Bühne und Kostüme. Regie: Milan Peschel, Musik: Daniel Regenberg

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Fotos: Thomas Aurin / Nicole Timm (#1, #5, #8, #9)

Nestroys „Freiheit in Krähwinkel“, im Revolutionsjahr 1848 entstanden, ist eine sogenannte „Posse mit Gesang“, die die Revolution feiert, die Reaktion verlacht. Milan Peschel benutzt Motive und Bruchstücke daraus für eine Posse, die das Theater feiert und danach fragt, was „Freiheit“ hier und heute bedeuten kann. Denn dies ist die letzte große Premiere, bevor das Ensemble sich auflöst und Neuem Platz macht. Was kann man Besseres tun, als so einen Abschied mit einem übermütigen, anarchischen, tolldreisten Jubel-Spaß zu feiern? —Nachtkritik

 

Freiheit 1848, 1968 und in den Zeiten des Neoliberalismus. Lauter Abschied: Mit „Freiheit in Krähwinkel“ verabschiedet sich das Schauspielensemble von seinem Publikum. Milan Peschels Inszenierung ist gleich in doppelter Hinsicht interessant. Zum einen reflektiert sie die Wandlung des Freiheitsbegriffes im historischen Prozess, zum anderen macht sie die Entstehungsbedingungen dieser letzten großen Ensemble-Produktion zum Thema. —Lokalkompass

 

Aus der Revolutionsposse machen Milan Peschel und sein Ensemble einen witzigen, anarchischen, auch nachdenklichen Abend mit vielen Verweisen auf die fast 100-jährige Geschichte des Bochumer Schauspielhauses. Saladin Schmitt, Zadek, Peymann, Steckel, Haußmann – an sie erinnert das Bühnenbild mit Wänden, die Plakate aus wichtigen Inszenierungen überdimensional zeigen. —Ruhrnachrichten

Umgestürzte Bierzeltgarnituren, schiefe Demonstrationsschilder, am Boden zertretene Kunststoff-Lebensmittel und blutrot verschmierte Wände: Die Bühne wirkt wie nach einer Revolte auf dem Oktoberfest.

 

Milan Peschel hat Nestroys Satire überschrieben, sie mit kulturpolitischen Seitenhieben, tagesaktuellen Anspielungen und Verweisen auf andere Dramen praktisch neu erfunden.

Was Peschel thematisiert, ist die Dekonstruktion von Theater, die Labilität des Freiheitsbegriffs und den Protest eines Ensembles, das größtenteils das Schauspielhaus verlassen wird. Dass sie weder freiwillig noch gerne gehen, machen die Schauspieler mit Peschels Unterstützung mehr als deutlich.

Provokant, unmittelbar, spontan. Damit sicher im Sinne von Nestroys Krähwinkel: „Macht nur Krawall, bringt die Verwirrung aufs Höchste.“ —Westfälischer Anzeiger

FREIHEIT IN KRÄHWINKEL Schauspielhaus Bochum, 2018 Von Johann Nestroy. Bühne und Kostüme. Regie: Milan Peschel, Musik: Daniel Regenberg

Fotos: Thomas Aurin

Nestroys „Freiheit in Krähwinkel“, im Revolutionsjahr 1848 entstanden, ist eine sogenannte „Posse mit Gesang“, die die Revolution feiert, die Reaktion verlacht. Milan Peschel benutzt Motive und Bruchstücke daraus für eine Posse, die das Theater feiert und danach fragt, was „Freiheit“ hier und heute bedeuten kann. Denn dies ist die letzte große Premiere, bevor das Ensemble sich auflöst und Neuem Platz macht. Was kann man Besseres tun, als so einen Abschied mit einem übermütigen, anarchischen, tolldreisten Jubel-Spaß zu feiern? —Nachtkritik

 

Freiheit 1848, 1968 und in den Zeiten des Neoliberalismus. Lauter Abschied: Mit „Freiheit in Krähwinkel“ verabschiedet sich das Schauspielensemble von seinem Publikum. Milan Peschels Inszenierung  ist gleich in doppelter Hinsicht interessant. Zum einen reflektiert sie die Wandlung des Freiheitsbegriffes im historischen Prozess, zum anderen macht sie die Entstehungsbedingungen dieser letzten großen Ensemble-Produktion zum Thema. —Lokalkompass

 

Aus der Revolutionsposse machen Milan Peschel und sein Ensemble einen witzigen, anarchischen, auch nachdenklichen Abend mit vielen Verweisen auf die fast 100-jährige Geschichte des Bochumer Schauspielhauses. Saladin Schmitt, Zadek, Peymann, Steckel, Haußmann – an sie erinnert das Bühnenbild mit Wänden, die Plakate aus wichtigen Inszenierungen überdimensional zeigen. —Ruhrnachrichten

 

Umgestürzte Bierzeltgarnituren, schiefe Demonstrationsschilder, am Boden zertretene Kunststoff-Lebensmittel und blutrot verschmierte Wände: Die Bühne wirkt wie nach einer Revolte auf dem Oktoberfest.

Milan Peschel hat Nestroys Satire überschrieben, sie mit kulturpolitischen Seitenhieben, tagesaktuellen Anspielungen und Verweisen auf andere Dramen praktisch neu erfunden.

Was Peschel thematisiert, ist die Dekonstruktion von Theater, die Labilität des Freiheitsbegriffs und den Protest eines Ensembles, das größtenteils das Schauspielhaus verlassen wird. Dass sie weder freiwillig noch gerne gehen, machen die Schauspieler mit Peschels Unterstützung mehr als deutlich.

Provokant, unmittelbar, spontan. Damit sicher im Sinne von Nestroys Krähwinkel: „Macht nur Krawall, bringt die Verwirrung aufs Höchste.“ —Westfälischer Anzeiger

 

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