HIN UND ZURÜCK Akademie der Künste Berlin, 2003 Kurzoper von Paul Hindemith. Bühne und Kostüme. Musikalische Leitung: Florian Heyerick, Regie: Vegard Vinge

→2005
→2006
→2012
→2016

Die Kurzoper von Paul Hindemith wurde 1927 uraufgeführt. Während der Spieldauer von zwölf Minuten wird ein Ehedrama erzählt, worauf der Ehemann seine Frau erschießt und anschließend aus dem Fenster springt. Vegard Vinge ließ die Kurzoper mehrfach hintereinander spielen, wobei die Welt um das Ehepaar herum immer maroder wird, während das Paar immer dringlicher versucht, die Fassade des Alltags aufrecht zu halten. Das Chaos nimmt zu und damit auch der Slapstick. Nicole Timm arbeitete hier mit den bildnerischen Mitteln des Expressionismus und des Stummfilmkinos der 20er Jahre. Die Vinge-Bearbeitung von „Hin und zurück“ hatte einen hohen Freiheitsgrad, in jeder Vorstellung passierte Unvorhersehbares […]

 

Vinge und Timm wurden für diese Arbeit mit einem Förderstipendium der Komischen Oper ausgezeichnet, woraufhin 2004  die Inszenierung von Telemanns „Pastorelle en musique“ an der Komischen Oper entstand.

 

Regisseur Vegard Vinge und Ausstatterin Nicole Timm haben mit einer überaus witzigen und unkonventionellen Inszenierung von Hindemiths „Hin und Zurück“ auf sich aufmerksam gemacht. ―Berliner Zeitung

X-WOHNUNGEN SUBURBS Berlin, 2005 Eine Produktion des Theaters Hebbel am Ufer. Teilnahme / Protagonistin in Intervention von raumlaborberlin

Inszeniert als Parcours, den die Zuschauer als Flaneure zwischen einzelnen Spielorten in privaten Wohnungen und an öffentlichen Orten zurücklegen, wird der städtische Raum Teil des Projekts. Nach dem im vergangenen Jahr erfolgreich gelaufenen Vorläuferprojekt in Szenevierteln in Berlin wird das Projekt nun entsprechend den neuen Schauplätzen in den Vorstadtgegenden Berlins weiterentwickelt.

 

→KULTURSTIFTUNG DES BUNDES

→RAUMLABORBERLIN

WEGE ZUM GLÜCK Club 103 Berlin, 2006 Ein Theater-Video-Roman nach Texten von Sibylle Berg. Szenenbild und Kostüme ―zusammen mit Christian Kiehl. Produktion: wirsindnichtdiecd und Sophiensaele, Konzept/Regie: Katarina Eckold, Kamera/Schnitt: Sascha Quednaun

Gewinner des Publikumspreises beim Berliner 100°-Festivals 2005

Gastspiele im Théâtre de la Villette Paris und Circulo de Bellas Artes Madrid im Rahmen von Rencontres Internationales sowie im Nationaltheater Weimar

 

Das Festival will durch ein anspruchsvolles und für alle offenes Programm zur einer Reflexion über die zeitgenössische Bildkultur beitragen. Werke aus insgesamt 70 Ländern vereinen international anerkannte Künstler und Filmemacher. ―Rencontres Internationales Festival Paris/Berlin/Madrid

 

→KATARINA ECKOLD

ALLES GOLD WAS GLÄNZT Theater Heidelberg, 2012 Von Mario Salazar ― Uraufführung ― Bühne und Kostüme. Regie: Milan Peschel, Musik: Daniel Regenberg

[…] genial überdreht, dass man vor lauter schrillen Einfällen, Running Gags und unverhofften Wendungen mit dem Lachen oder Kopfschütteln gar nicht mehr nachkommt. Sitkom für die Bühne. Irrwitzig und subversiv hält Regisseur Milan Peschel seine Heidelberger Schauspielschar über 100 Minuten hinweg auf Hochtouren. ―SWR 2 Journal

 

Peschel verschärft Salazars Typenkomödie zur Farce und lässt seine (Anti-)Helden wie gefeierte Zirkusartisten einlaufen. Er bringt Salazars klischeeverdächtige Typenrevue erst richtig auf Touren und jagt sie ins Trashige. […] Am Ende dieses volksbühnenhaft turbulent inszenierten sozialen Abstiegs hat man Salazars Typen  ins Herz geschlossen – diesen traurig-fröhlichen, spießig-rebellischen, verblödet-kreativen Haufen.  ―Theater der Zeit

 

→TRAILER

DIE REICHSGRÜNDER ODER DAS SCHMÜRZ Schauspiel Hannover, 2016 Von Boris Vian. Bühne. Regie: Tom Kühnel, Musikalische Leitung: Tomek Kolczynski, Kostüme: Magdalena Musial

Die Inszenierung […] erlaubt einen differenzierten Blick auf politische und gesellschaftliche Mechanismen. Auf den weltweiten Versuch, vermeintlich zerbrechende Reiche durch Bedrohungsszenarien und den Rückzug in Nationalismen zu retten. Auf die Funktion von Angst als Kontrollinstrument. Und darauf, dass Menschen mit Machtinstinkt offenbar ohne Rücksicht auf den Verlust an Menschlichkeit nach einer alten Maxime handeln: Bangemachen gilt doch. ―Hannoversche Allgemeine Zeitung

 

Ein Kammerspiel, nur dass sich der Raum immer ändert. Was bleibt, ist das Schmürz, ein Prügelknabe, beständig gequält, geschlagen, gefoltert. Anfangs ist es noch von slapstickhafter Komik […], doch darein schleicht sich zunehmende Beklemmung, auch wegen der sich beständig wandelnden Raumsituation. […] Herausragende Inszenierung, erschütternd aktuell. ―Rheinische Post

 

Hannover zielt mit Vian erklärtermaßen auf die neue „Gesellschaft der Angst“ und ihr diffuses Grundgefühl aus sozialer Abstiegsangst, idyllischem Konservatismus und aggressivem Pessimismus, das sich im jüngsten Rechtsruck in Deutschland (und Europa) ausgießt. ―Theater heute

 

→TRAILER

Foto: Nicole Timm

Foto: Florian Merdes

Foto: Katrin Ribbe